Bevor ich mit diesem Bericht anfange, möchte ich bemerken,
dass alle Äußerungen, wie uns oder wir, sich nur auf die
Gruppe von Leuten beziehen, mit denen ich mich an diesem
Tag rumgetrieben habe, nämlich diese da!

Nachdem ein Morgen wie jeder andere vergangen war, das heißt:
die ganzen Mascenic Austausch- schüler fahren im Bus zu der
Souheagan High School, wo die deutschen Schüler schon seit
45 Minuten darauf warten abgeholt zu werden. Wie an vielen
Tagen ging es auch heute wieder in Richtung Boston, doch bei
der Cambridge-Ausfahrt war noch nicht klar, dass dieser Tag
für uns echt des schönste werden sollt. Schon ging’s dann runter
von der Autobahn. Nachdem wir ne halbe
Ewigkeit durch Cambridge gefahren sind, waren schon die ersten
Backsteingebäude des „Harvard-Square“ zu sehen. Bevor wir
die Besichtigung beginnen konnten musste erstens erst einmal
geklärt werden wer in welcher Führungsgruppe ist, zweitens
wann man sich wo wieder trifft und drittens, dass die Führung
eigentlich schon begonnen hat und wir uns beeilen müssen.
Also sind wir (Gruppe 1) ganz schnell der Nicole gefolgt,
die uns, peinlich berührt, zu der schon versammelten
Tour-Gruppe brachte.
Bei der Führung haben wir unter anderem
folgendes erfahren:

Das College wurde bereits 1636 gegründet, wobei es erst drei
Jahre später nach dem englischen Geistlichen John Harvard
benannte wurde, der nach seinem Tod 1938 seine vollständige
Bibliothek der Universität vererbte. Von dieser Bibliothek
ist heute, durch einen Regelverstoß eines Studenten, nur noch
ein Buch übrig. Dieser Student schrieb an einer Arbeit, wurde
aber nicht fertig bis zu dem Zeitpunkt als die alte Bücherei
schloss, also nahm er kurzerhand (unerlaubt)
ein Buch mit auf sein Zimmer, wo er auch seine Arbeit beendigen
konnte. Am nächsten Morgen war das ganze Erbe des Namensgebers
verbrannt bis auf das eine Buch. Als der Student dieses vorwies,
waren zuerst alle glücklich, doch wir sind schließlich an einer
Elite-Uni, also wurde er doch für seinen Regelverstoß bestraft.
Die war nur eine von vielen Geschichten, die und der Guide
erzählte. Eine weitere handelt von der Statue der 3 Lügen
(wie sie die Studenten nennen). Die erste Lüge ist die Statue
an sich. Da bei dem schon erwähnten Brandt alle Zeugnisse und
Bilder von John Harvard zerstört wurden, hatte man keine Ahnung
wie er aussah, da nahmen die beauftragten Künstler einfach
einen Studenten und formten die Statue nach seinem Ebenbild.
Keiner weiß den Namen des Studenten. Die zweite Lüge ist das
Wort „founder“.
John Harvard hat die Universität nicht gegründet, sie trägt nur
seinen Namen. Die Dritte ist, dass das Gründungsdatum
falsch ist. Harvard wurde nicht 1638, sondern 1636 gegründet.
Ich denke, das waren zwei spannende und nicht ganz so langweilige
Geschichten an die man immer zuerst denkt, wenn man sich eine Uni
vorstellt. An diesem Punkt endete die Führung, die uns einen kleinen
Endruck vermitteln konnte. So liefen wir hungrigen fünf erst mal
in Richtung Harvard-Giftshop, in dem eine Menge Geld für original
Harvard-Shop T-Shirts und Pullis ausgegeben wurde, die dort mehr
kosten, also überall sonst.

Immer noch hungrig, ging es auf die Suche nach einem Fastfood-
Restaurant. Doch in diesem Ort ist es ausnahmsweise schwer einer
zu finden,da haben wir doch glatt nen City guide angequatscht
(die laufen hier zu hunderten rum) der uns ein mexikanisches Lokal
vorgeschlagen hat, mit der Begründung: McDonalds ist nicht gut für
euch, geht doch dort da nen Burger essen!

Und es hat sich gelohnt! Im
„Border Cafe“ ← war es echt lecker und wir bekamen unser Trinken
8 Mal unaufgefordert nachgefüllt (also 3 Becher zusammen 8 Mal).
Klingt nach viel. Ist auch so! Nachdem wir alle zufrieden und mit
Countrymusic vollgedröhnt aus dem Cafe kamen, haben wir wohl einen
der amüsantesten Läden in den ganzen USA gefunden. Dort gab es
neben allen möglichen Harvard Fanartikeln auch lustige Ansteckbuttons
oder Kühlschrankmagnete mit leicht „unamerikanischen“ Sprüchen
darauf. Mit dem Verkäufer noch schnell die verschiedenen „Quaters“
(Münzen im Wert von 25ct) getauscht, ging es in einen der vielen
Parks von Cambridge, wo wir ca. 1 Stunde neben Frisbee-Spielenden
Harvardstudenten Football spielten. Nach so einem leckeren und
ebenso nahrhaften Essen tat ein bisschen Bewegung bei wunderschönem
Wetter echt gut. Nachdem der Versuchung, noch mal in den Hidden-Sweets-
Laden zu gehen, nicht widerstanden werden konnte und noch mehr gekauft
wurde, ging es erschöpft aber total glücklich zurück zum Treffpunkt,
wo sich viele schon versammelt hatten. Die Fahrt zurück an die
Schulen war eigentlich wie immer, nur, dass heute einige deutsche
Gastschüler der Souheagan mit an die Mascenic fuhren, da dort das
Farewell Pot Luck Supper stattfinden sollte. Nach einigen Runden Fuß-,
Basket-, Food- und Volleyball, trafen nach und nach alle Gasteltern
und alle Schüler ein. In der Cafeteria häuften sich die mitgebrachten
Köstlichkeiten, von denen auch recht wenig übrig blieb. Nach dem
Essen wurde das letzte Gruppenfoto der amerikanischen mit den
deutschen Schüler geschossen, und weiterhin undefinierbaren
Sportarten nachgegangen, bis alle schließlich erschöpft zu Hause ankamen.