Die Schule

Zunächst einmal möchte ich das amerikanische Schulsystem erläutern, welches sehr von dem deutschen abweicht. Mit 6 oder 7 Jahren werden amerikanische Kinder in die Elementary School (Grundschule) eingeschult. Nach 4 Jahren beenden die Schüler diese und besuchen danach alle gemeinsam den gleichen Schultyp, die Middle School. Es gibt keine Teilung in verschiedene Schultypen, im Gegensatz zum deutschen Schulsystem. Die Middle School dauert weitere 4 Jahre und ab Klasse 9 wird die High School besucht, wo die Schüler nach der 12. Klasse ihren Abschluss machen. Wahlweise können sie nach der Schule ein mit einer Universität vergleichbares College besuchen, was jedoch eine sehr kostspielige Einrichtung darstellt.

Im Gegensatz zu uns haben die amerikanischen Schüler pro Schuljahr nur 2 verschiedene Stundenpläne: einen für das erste und einen für das zweite Halbjahr; mit anderen Worten: ein halbes Jahr lang jeden Tag den gleichen Unterricht! Die Fächer wählen sie, zum ersten Mal in der 7. Klasse, am Anfang jedes Schuljahres, wobei sie nur wenige Anforderungen gestellt bekommen. So ist es zum Beispiel nicht unüblich, ein halbes Jahr lang keinen Mathematik-Unterricht zu erhalten. Zu Beginn der ersten Stunde wird als erstes der Fahneneid der USA gesprochen. Die Schüler stehen dazu auf und halten ihre rechte Hand aufs Herz. Danach folgt eine Durchsage, in der Ankündigungen, Ausgänge von Wettstreiten der Schulmannschaften oder Verspätungen der Schulbusse mitgeteilt werden. Der Ablauf eines Schultages sieht wie folgt aus: eine Unterrichtsstunde dauert 90 Minuten und nach der 3. Stunde ist Mittagspause, in der die Schüler nicht nach Hause gehen, sondern in der Cafeteria essen, welche übrigens viel günstiger ist als unsere Mensa (ich habe mir dort einen Kaffee, einen Bagel und ein kleines Päckchen Frischkäse geholt; Gesamtpreis: 1,25$! Preis für einen Kaffee bei uns: 1€!).

Die Mensa

Der Unterricht an sich ist viel lockerer als in Deutschland. Die Schüler dürfen z.B. während des Unterrichts Kaugummi kauen (das machen auch manche Lehrer) und Mützen tragen. Das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern ist viel lockerer, man scherzt und lacht zusammen und manchmal nennen die Schüler ihre Lehrer sogar beim Vornamen, was bei uns wahrscheinlich eine Klassenkonferenz zur Folge hätte. Neben den schönen Dingen weist die Schule natürlich auch Schattenseiten auf: dadurch, dass die Schüler nicht nach Leistung getrennt werden, ist das Niveau des Lernstoffes natürlich dem Durchschnitt angepasst, weshalb manche Schüler vergeblich nach Herausforderung suchen. Und wegen der Tatsache, dass die Fächer schon sehr früh frei wählbar sind, lässt die Allgemeinbildung einiger Schüler sehr zu wünschen übrig. Andererseits wird dadurch verhindert, dass man sich wegen eines Faches, in dem man sehr leistungsschwach ist, jahrelang anstrengt, um nicht wiederholen zu müssen.

Im Großen und Ganzen war die Teilnahme am amerikanischen Unterricht eine sehr interessante Erfahrung, die man so schnell nicht vergisst. Und von Wasserspendern auf den Fluren über gelbe Schulbusse bis hin zur Begeisterung für die Schulmannschaften: es ist sehr vieles so, wie man es aus Film und Fernsehen kennt.



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17.10.05 (Ankunft)
18.10.05 (Erster Tag in der Schule)
19.10.05. (Whale Watching)
20.10.05 (Zweiter Tag in der Schule)
21.10.05 (Boston 1)
22.10.05 (Wochenende)
23.10.05 (Wochenende)
24.10.05 (Strawberry Bank Museum + Lighthouse)
25.10.05 (Canterburry Shaker Village)
26.10.05 (Boston 2)
27.10.05 (Sporting Day)
28.10.05 (Boston 3)
29.10.05 (Wochenende)
30.10.05 (Wochenende)
31.10.05 (Halloween)
01.11.05 (Harvard)
02.11.05 (Concord + Planetarium)
03.11.05 (New York 1)
04.11.05 (New York 2)
05.11.05 (Plimouth Plantation + Mayflower 2)
06.11.05 (Heimreise)

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